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Die Ängste der dritten Generation

30. September 2010 | Von
Die Ängste der dritten Generation

Dieses Interview erschien 2010 in der Zeitschrift NEON; es basiert auf dem Buch „Ein Land – Drei Generationen. Psychogramm der Bundesrepublik“

Sie nennen die jungen Erwachsenen von heute »Generation Angst«. Was meinen Sie damit?
Ich arbeite seit mehr als dreißig Jahren als Psychoanalytiker – und stelle fest, dass die Menschen in dieser Zeit sehr viel ängstlicher geworden sind. In früheren Therapiegruppen etwa waren die Leute viel unangepasster;… …hier weiterlesen…



Empathie, ersehnt und überschätzt

18. September 2010 | Von
Empathie, ersehnt und überschätzt

Dem Mythos von der emotionalen Intelligenz folgt die Sage über das empathische Gehirn

Je weiter Spezialistenwissen unsere Welt in immer kleinere Teile auflöst, desto stärker wächst das Bedürfnis nach Vereinfachung. Der Wunsch nach Synthese führt uns zur Konzentration auf den Event, der alle Aufmerksamkeit bündelt und die Vielfalt ordnet.

Er lässt uns nach psychologischen Begriffen suchen, die eine neue und gute Einheit unter den Menschen versprechen. Nach der “emotionalen Intelligenz” und dem “positiven Denken” – beides für den kritischen Forscher Widersprüche in sich – gerät gegenwärtig die Empathie in Mode. …hier weiterlesen…



Und was kann ich tun gegen die Angst?

24. Juni 2010 | Von
Und was kann ich tun gegen die Angst?

Zu den großen Plagen des menschlichen Lebens gehört der Schmerz. Wenn uns etwas wehtut, sind wir sehr dankbar, wenn es wieder aufhört. Und doch ist völlige Schmerzunempfindlichkeit ein gefährliches, sehr seltenes Krankheitsbild.

Die betroffenen Personen sind alles andere als glücklich mit ihrer Analgesie. Sie werden oft lebensbedrohlich verletzt, wenn beispielsweise Gliedmassen verbrennen oder erfrieren, ohne dass sie rechtzeitig gewarnt werden. …hier weiterlesen…



Kann keine Trauer sein

3. Mai 2010 | Von
Kann keine Trauer sein

Immer noch prägt das Trauma der NS-Zeit die Familien
In der „Zeitzeugen“-Serie der Süddeutschen Zeitung erschien am 24.4. 2010 der folgende Artikel in einer gekürzten Version. Hier der vollständige Text.
1945 waren die meisten Deutschen überzeugt, sie seien Hitler nur aus Angst und unter Druck gefolgt. Das kleine schlechte Gewissen, das im Hintergrund so großer Begeisterung geblieben war, das Zweifel angemeldet hatte am Sinn dieser geistigen… …hier weiterlesen…



Das Königreich von Saba und die “Brutstätte des Terrors”

19. Januar 2010 | Von

Die Berichterstattung über den Jemen wird Südarabien nicht gerecht. Sie führt das politische Denken in eine gefährliche Richtung

Südarabien ist einzigartig. Nach dem Reich der legendären Königen von Saba, in dem vor dreitausend Jahren die fortschrittlichsten Bewässerungsanlagen der Welt entstanden, wurde der Jemen von jüdischen, christlichen und schließlich muslimischen Fürsten beherrscht. 1969 spaltete er sich in einen sozialistischen Süden und einen konservativen Norden. Heute sucht das wieder vereinte Land einen politischen Weg, in dem die arabischen Stämme immer noch eine wichtige Rolle spielen. …hier weiterlesen…



Lob der Gruppentherapie

22. Oktober 2009 | Von

Während die klassische Psychoanalyse mit zwei Personen arbeitet und das Gegenüber des Klienten der Experte ist (der dadurch naturgemäß eine sehr mächtige Position gewinnt), stellt die analytische Gruppe eine Großfamilie her, in der ein (manchmal zwei) Leiter einer Mehrheit von Klienten gegenübersitzen. Dadurch wird die Zahl der möglichen Beziehungen multipliziert; das Werkzeug einer analytischen Behandlung, …hier weiterlesen…



Die Freude am Verfahren

5. Juli 2009 | Von

“Es gibt kein richtiges Leben im Falschen” – Ein Widerspruch I. Im Juni 2009 rief mich Hanjo Seissler an, der früher in der Zeitschrift natur eine Kolumne von mir angeregt und betreut hatte. Ich sollte einen Essay für die Süddeutsche Zeitung schreiben; dort solle eine Beilage erscheinen, in der eine Reihe von Publizisten, Wissenschaftlern und …hier weiterlesen…



Das selbstbestimmte Leben und der Tod

20. April 2009 | Von

Erschienen in der Stuttgarter Zeitung Nach dem Einmarsch der Nazis in Österrreich fand 1938 Sigmund Freud Zuflucht in London. Aber die Belastungen der Flucht hatten Folgen. Ende August 1938 hatte sein Arzt Max Schur den Verdacht, dass sich in Freuds Mundhöhle wieder ein Karzinom entwickelte. Bald litt Freud unter …hier weiterlesen…



Unsere Kindersoldaten

1. April 2009 | Von

Die überlastete Kränkungsverarbeitung in den Schulen ist längst bekannt; sie wird verleugnet, bis sie explodiert Eine der Merkwürdigkeiten im Umgang der Medien mit dem jüngsten Amoklauf eines Schülers war die lang anhaltende und zickig wirkende Debatte, ob es gut oder schlecht gewesen sei, eine gefälschte Internet-Botschaft unter die Leute zu bringen. Dieses Detail, das viele …hier weiterlesen…



Innenansichten zum Amoklauf

7. März 2009 | Von

Ein erster Entwurf der folgenden psychologischen Skizze entstand nach dem blutigen Amoklauf an einer deutschen Schule in Freising im Februar 2001. Sie sucht die innere Situation eines Tätertypus zu erfassen, der seit Erfurt nicht mehr aus den Schreckensszenarien unseres neuen Jahrhunderts wegzudenken ist. Wenn es einem Menschen nicht gelingt, befriedigende Gefühlsbeziehungen herzustellen, führt das zu …hier weiterlesen…