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Innenansichten zum Amoklauf

7. März 2009 | Von

Ein erster Entwurf der folgenden psychologischen Skizze entstand nach dem blutigen Amoklauf an einer deutschen Schule in Freising im Februar 2001. Sie sucht die innere Situation eines Tätertypus zu erfassen, der seit Erfurt nicht mehr aus den Schreckensszenarien unseres neuen Jahrhunderts wegzudenken ist. Wenn es einem Menschen nicht gelingt, befriedigende Gefühlsbeziehungen herzustellen, führt das zu …hier weiterlesen…



Grossvater war im Krieg

22. Januar 2009 | Von
Grossvater war im Krieg

Viele deutsche Familien sind durch traumatisierte Eltern geprägt

Erschienen in: Stuttgarter Zeitung, Dezember 2008

Neulich las ich in dem Bericht einer Tageszeitung über eine Schiesserei in einer Fussgängerzone. Der Text zeichnete ein Bild von Gewalt und Blutvergießen an einem sonnigen Nachmittag. Das Rote Kreuz habe nach dem Ereignis ein Zelt aufgebaut, in dem sich die seelisch traumatisierten Passanten von geschulten Therapeuten helfen lassen konnten.

Mir schien das lächerlich, wehleidige Fußgänger und Helfer, die Selbstmitleid fördern! Sobald ich über meine spontane Reaktion nachdachte – schließlich bin ich selbst Therapeut und es steht mir nicht zu, mich über Kollegen zu erheben – kam mir in den Sinn, wie zeitgebunden unser Gefühl für seelische Traumatisierungen ist. Ich bin 1941 geboren, erinnere mich noch an Bombenangriffe, wuchs in einer Welt von Soldatengeschichten auf und habe als kleines Kind den Soldatentod meines Vaters ohne bewusste Trauer hingenommen. So war es auch mir eigentlich selbstverständlich, mich nicht der “wehleidigen” Beschäftigung mit den Traumen des Krieges hinzugeben. …hier weiterlesen…



Helfersyndrom reloaded

22. Januar 2009 | Von

Erschienen in: Psychologie heute, Januar 2009

Von Alfred Adler wird erzählt, dass eines Tages ein Mann in seine Praxis kam. „Ich leide an einem Minderwertigkeitskomplex, Herr Dr. Adler“, soll der Hilfesuchende gesagt haben. „Wissen Sie, was das ist?“ Adler wusste es nur zu gut, denn er hatte diesen Begriff formuliert.
Mit dem Helfersyndrom ist es nicht viel anders. Ein Pflegelehrer hat mich einmal gefragt, ob ich wüsste, dass alle seine Schüler immer wieder vom Helfer-Syndrom reden, als sei das eine Störung, die andere haben, sie aber nicht. …hier weiterlesen…



Die verletzte Narzisse

10. August 2008 | Von
Die verletzte Narzisse

Britney Spears aus der Sicht des Narzissmusforschers Teenie-Star ist ein verächtliches Wort. Es sagt etwas über die Angst der Älteren. Teenie-Stars sind keine süssen Kinder, sondern hart arbeitende, zielbewusste Künstler, Jäger des Ruhms, die begriffen haben, wo sie den Weg zur Spitze suchen müssen. Der Mensch erreicht mit 14 Jahren den Höhepunkt seiner geistigen und …hier weiterlesen…



Freuds Utopie und die Aktualität der Psychoanalyse

7. August 2008 | Von

Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud Freud wurde am 6. Mai1856 geboren, im Todesjahr von Heinrich Heine. Seine Jugend in Wien war von einer Epoche bestimmt, in der die Utopie einer friedlichen, von Wissenschaft und Bildung getragenen, liberalen und multikulturellen Gesellschaft zum Greifen nahe schien. Seit 1848 hatte sich die Lage der Juden in der …hier weiterlesen…



Wenn du mir fremd bist, lieb ich dich

5. August 2008 | Von

Die seelischen Probleme der interkulturellen Partnerschaft Auf den ersten Blick wirkt das Fremde oft nah – als sei es nur einen Schritt weit entfernt. Erst wenn wir diesen Schritt getan haben, erkennen wir, wie fremd es wirklich ist und wieviel uns noch zur Verständigung fehlt. Als Student lebte ich für eine Weile als Aussteiger in …hier weiterlesen…



Die RAF, die Gnade und das Helfer-Syndrom

4. August 2008 | Von

Auge um Auge, Zahn um Zahn, Gnade um Gnade – an diese archaische Formel fühlte sich erinnert, wer angesichts der Debatte im Jahr 2007 um die Begnadigung der RAF-Terroristen wiederholt (in der Bildzeitung, im Spiegel und bei Sabine Christiansen) dem Titel “Gnade für Gnadenlose?” begegnete. Diese Formel hat mich zuerst verwirrt und dann empört. Denn …hier weiterlesen…



Unsere Traumatisierten

30. Juli 2008 | Von

Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble: Inwieweit bestimmen posttraumatische Reaktionen politische Entwicklungen? Erbittert von Wolfgang Schäubles Vorschlägen zum Umbau des Rechtsstaates in eine Terrorbekämpfungsmaschinerie griff der Münchner Ex-Staatsanwalt und Innenpolitik-Chef der Süddeutschen Zeitung Herbert Prantl zur Psychologie. “Seit dem Attentat vom 12. Oktober 1990 ist er an den Rollstuhl gefesselt. Wer jeden Tag die eigene körperliche …hier weiterlesen…



Der Stoff aus dem Propheten sind

30. Juli 2008 | Von

Sie brauchen die Schutzschicht ihrer Anhänger und kompensieren Mängel ihres Selbstgefühls Das Bild der meisten Propheten ist durch Legendenbildung verklärt; wir wissen nur wenig von ihrem Leben, kennen ihre Lehre oft nur aus den Schriften ihrer Hörer. Da sie selten unsere Zeitgenossen sind, scheint es schwierig, aktuelle Beispiele für diese Dynamik zu finden. Aber so …hier weiterlesen…



Und sowas von müde…

30. Juli 2008 | Von

Die Beschädigung der Eltern durch das Kind Der 42jährige Florian ist ein erfolgreicher Jurist, Vater von zwei Töchtern im Kindergarten- und Grundschulalter. Er arbeitet in der Rechtsabteilung einer grossen Privatbank. Seine Frau Betsy ist ein Jahr jünger. Sie hat ebenfalls Jura studiert, aber wegen der Kinder ihre Stelle gekündigt; sie macht jetzt eine Ausbildung als …hier weiterlesen…